Vorhang auf zur Premiere

Unseren ersten fertig gedrehten Film, der aus Bildern und Filmen besteht, haben wir letztens unseren engsten Freunden und der Familie gezeigt. Denn die können am besten entscheiden, was gefällt und was nicht und teilen uns Positives, genauso wie Negatives mit. Denn nur durch Kritiken kann man besser werden!

An einem Samstagabend hieß es dann in unserem Wohnzimmer „Dachfenstervorhänge auf“ und gleichzeitig „Vorhänge zu“, da wir zur perfekten Atmosphäre natürlich kein Sonnenlicht gebrauchen konnten. Der Blick sollte nur zur Leinwand und unserem Stop-Motion-Film „Lonely Hans“ gerichtet werden, wie es unsere Gäste auf den weichen Sofas, Sitzkissen und Sesseln dann auch machten. Es gab Knabbereien, Fingerfood und Getränke, sodass niemand auf dem Trockenen saß, während er sich unseren Film ansah. In diesem ging es um folgendes:

Hans ist ein ruhiger Geselle, der in einem kleinen Dorf lebt und keinerlei Freunde hat. Tag ein, Tag aus arbeitet er an der Maschine eines Suppenherstellers, wo Gespräche ebenso unerwünscht sind und er somit nie in Kontakt mit anderen Menschen kommt. Das macht ihn so wütend, dass er sich eines Tages sein Küchenmesser schnappt und damit jeden auf der Straße abmetzelt, der ihm gerade über den Weg läuft. (Bei diesen Szenen merkte ich richtig, wie unsere Gäste Angst bekamen und überrascht über unsere absurden Fantasien waren).
Letztendlich wird Hans dann aber von der Polizei geschnappt und lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt, wo er sich jedoch bald erhängt.

Ja, wir haben eine Vorliebe für Horror- und Psychofilme, die durch das Stop-Motion-Verfahren noch eindrucksstarker herüber kommen. Meine Freunde waren auf jeden Fall sehr begeistert und konnten ihre Angst erst dann losbekommen, als ich die Plissees am Fenster wieder aufzog. Nun fragen sich jedoch alle, aus welcher Alltagsgeschichte wir das genommen hatten… das bleibt unser Geheimnis, bis zum nächsten Filmevent.